weisegedanken
G

Gottfried Keller

1819–1890

Gottfried Keller (1819–1890) war ein Schweizer Schriftsteller und Dichter und einer der bedeutendsten Vertreter des poetischen Realismus. Zu seinen Hauptwerken zählen der Bildungsroman „Der grüne Heinrich" sowie die Novellensammlungen „Die Leute von Seldwyla", darunter „Romeo und Julia auf dem Dorfe". Lange Jahre wirkte er zudem als Staatsschreiber des Kantons Zürich.

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Zitate & Gedichte
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Sooft die Sonne aufersteht, Erneuet sich mein Hoffen Und bleibet, bis sie niedergeht, Wie eine Blume offen! Dann schlummert es ermattet, Geduldig mit ihr ein; …

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Wende dich, du kleiner Stern, Erde! wo ich lebe, Daß mein Aug', der Sonne fern, Sternenwärts sich hebe! Heilig ist die Sternenzeit, Öffnet alle Grüfte; Strahl …

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Das ist doch eine üppige Zeit, Wo alles so schweigend blüht und glüht Und des Sommers stolze Herrlichkeit Still durch die grünenden Lande zieht. Das Himmelbla …

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An Tag und Jahr, ach, an der ganzen Zeit! Sie gärt, sie tost, doch mitten auf dem Grunde Ist es so still, so kalt und zugeschneit! Habt ihr euch auf ein neues …

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Heut hat er bei guter Laune mir sein altes Lied gesungen. Fern am Rande fing ein junges Bäumchen an sich sacht zu wiegen, Und dann ging es immer weiter an ein …

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Aber nur, was wankelmütig; Hoffnung zeigt sich immerdar Treugesinnten Herzen gütig! Hoffnung senket ihren Grund In das Herz, nicht in den Mund!Gottfried Kelle …

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Es blitzt ein Tropfen Morgentau Im Strahl des Sonnenlichts; Ein Tag kann eine Perle sein Und ein Jahrhundert nichts.

Keller, G., Gedichte. Sonnwende und Entsagen. Aus: Die Zeit geht nicht0
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Es ist ein weißes Pergament Die Zeit, und jeder schreibt Mit seinem besten Blut darauf, Bis ihn der Strom vertreibt.

Keller, G., Gedichte. Aus der Brieftasche. Aus: Die Zeit geht nicht, 18490
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Das Menschenleben ist eine fortgehende Schule. Der Staatsmann wie der Bauer muß jeden Morgen die Erfahrung von gestern sammeln, das Verbrauchte umwenden und e …

Keller, G., Aufsätze. Jeremias Gotthelf: Uli der Knecht – Uli der Pächter, 18490
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Unsere Seele muß, wenn sie nicht verkommen will, jeden Tag ihre Wäsche wechseln. Der moralische Mensch hat so gut seine Respiration wie der physische, und nur …

Keller, G., Aufsätze. Jeremias Gotthelf: Uli der Knecht – Uli der Pächter, 18490
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Habt ihr euch auf ein neues Jahr gefreut, Die Zukunft preisend mit beredtem Munde? Es rollt heran und schleudert, o wie weit! Euch rückwärts. – Ihr versinkt i …

Keller, G., Gedichte. Sonette. Aus: Schein und Wirklichkeit, 2.0
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Ich mache einen großen Unterschied zwischen dem, der die Natur nur um ihrer Formen, und dem, der sie um ihrer innern Harmonie willen anbetet, und wahrhaftig d …

Keller, G., Briefe. An Johann Müller, 29. Juni 18370
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Zum Lachen braucht es immer ein wenig Geist; das Tier lacht nicht!

Keller, Das Sinngedicht (Novellenzyklus), 1882. 10. Kapitel0
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Es gibt bei beiden Geschlechtern solche Raub- und Wechseltiere, die nur dann glücklich sind, wenn sie erst ein fremdes Glück zerstört haben.

Keller, Der grüne Heinrich, erste Fassung 1854-55; zweite, endgültige Fassung 1879-80. Zweiter Band0
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Sooft die Sonne aufersteht, Erneuert sich mein Hoffen, Und bleibet, bis sie untergeht, Wie eine Blume offen.

Keller, G., Gedichte. Aus: Sooft die Sonne aufersteht, 18440
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Jedes zurückgebliebene Restchen von Hoffnung auf ein verlorenes Glück erneut tausend Schmerzen, sobald die Seele müßig wird und die Sonne durchscheinen läßt.

Keller, Die mißbrauchten Liebesbriefe (später in: Die Leute von Seldwyla), entstanden 1860, Erstdruck 18650
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Es ist gesünder, nichts zu hoffen und das Mögliche zu schaffen, als zu schwärmen und nichts zu tun.

Keller, G., Briefe. An seinen Verleger Eduard Vieweg, 26. April 18500
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Wann dann zwischen dreihundertfünfundsechzig Regentagen des Leidens nur ein Sonnentag der heiteren Freude und des Mutes hervorlacht, so will ich alle jene Reg …

Keller, Das Tagebuch und das Traumbuch, Basel 1942 (posthum). 8. Juli 18430