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Jean Paul

1763–1825

Jean Paul (eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, 1763–1825) war ein deutscher Schriftsteller der Zeit zwischen Klassik und Romantik. Seine umfangreichen, von Humor, Ironie und Empfindsamkeit geprägten Romane wie „Hesperus", „Siebenkäs" und „Flegeljahre" machten ihn zu seiner Zeit außerordentlich beliebt. Er gilt als eigenwilliger Stilist der deutschen Literatur.

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Zitate & Gedichte
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Eine Frau kann sich keinen festern und reinern Freund erwählen als den Liebhaber einer andern.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Drittes Heftlein. 29. Hundposttag0
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Steh deinem Freund mit deinem Rat zur Seite, so gut du kannst, auch wenn er dir nicht glauben will. Du aber bist dazu verpflichtet ihm guten Rat zu erteilen.

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Zürnet dein Freund mit dir: so verschaff ihm eine Gelegenheit, dir einen großen Gefallen zu erweisen; darüber muß sein Herz zerfließen, und er wird dich wiede …

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Erstes Heftlein. Dritter Schalttag0
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Jeder Freund ist des andern Sonne und Sonnenblume zugleich, er zieht, und er folgt.

Jean Paul, Impromptü's, welche ich künftig in Stammbücher schreiben werde (in: Cotta'sches Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1812), 18110
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Zur Freundschaft gehört: daß wir einander gleichen, einander in einigem übertreffen, einander in einigem nicht erreichen.

Jean Paul, Bemerkungen, August 17820
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Das Meer der Zeit ist nur die Woge auf dem Meere der Ewigkeit.

Jean Paul, Herbst-Blumine oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften, 3 Bde., 1810-20. Drittes Bändchen. V. Die Schönheit des Sterbens in der Blüte des Lebens, und ein Traum von einem Schlachtfelde, 18130
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Die Zeit ist die Larve der Ewigkeit.

Jean Paul, Zerstreute Gedanken und Bilder, 1828 (posthum)0
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Gegen der Erde Leid gibt es keinen andern Trost, als den Sternenhimmel.

Hoddick (Hg.), Aphorismenschatz der Weltliteratur. Weltliche Texte für Rede und Schrift, 18980
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So viel sich auch um und in mir ändre: Dieselbe Sonne, die mich als Kind bestrahlte, sieht unverändert mich jetzt an.

Jean Paul, Nachlass. Dichtungen, 17970
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Eine beglückte Liebe hätte seine Sehnsucht und sich vertilgt, aber eine unterbrochene hat sie verewigt. Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um, es mac …

Jean Paul, Briefe. An Josephine von Sydow, 26. April 17990
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Die erste Wiedererblickung lang ersehnter Menschen gibt diesen etwas von der Idealität der Vorstellung.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Jenner 17970
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O nur eine freie Seele wird nicht alt!

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Vierter Band. 35. Jobelperiode. 140. Zykel0
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Aber eben so gut [...] [kann] sogar das ganze Reich des Unbewußten einmal als Reich des Bewußten erobert werden; und wir wissen nicht, wie weit die Besonnenhe …

Jean Paul, Vorläufige Gedanken, entstanden 1816 (posthum veröffentlicht). IV. Geist und Körper0
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In den besten Reisebeschreibungen interessiert uns doch der Reisende am meisten, wenn er sich nur zeigen mag. Wer eine Reise beschreibt, beschreibt damit sich …

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Mai 17990
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Jede Reise verwandelt das Spießbürgerliche und Kleinstädtische in unserer Brust in etwas Weltbürgerliches und Göttlichstädtisches.

Jean Paul, Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel, kurz Siebenkäs, 3 Bde., 1796/97. Drittes Bändchen. 12. Kapitel. Fußnote0
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Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist.

Jean Paul, Das Kampaner Tal oder über die Unsterblichkeit der Seele, nebst einer Erklärung der Holzschnitte unter den 10 Geboten des Katechismus, 1797. 502. Station0
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Kurz vor dem Abreisen sowie kurz nach dem Ankommen verschönert sich uns unser Wohnort.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. August 18110
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Die Natur bestraft alles, an den Besten auch die kleinsten Fehler und gerade diese am härtesten.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Mai 17990
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Je sanfter und je weiblicher eine Tochter ist, je fester sie einmal ihr Herz an ihren Gatten heften wird: desto lieber und näher ist ihrem dasjenige, unter de …

Jean Paul, Biographische Belustigungen unter der Gehirnschale einer Riesin, 1796. Dritte biographische Belustigung0
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So wie über dem Künstler, über dem Dichter, über dem Helden u. s. w., so steht über der Mutter der Mensch, und so wie z. B. mit dem Kunstwerk der Künstler zug …

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Viertes Kapitel. Erziehung der Mädchen. § 890
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Warum werden die Fruchtspeicher der Menschheit, die Nachschöpferinnen Gottes, nicht höher gehalten und bekommen den Ährenkranz nur zu tragen, weil er stachlic …

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Drittes Kapitel. Natur der Mädchen. § 860
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Die Mutterliebe durchgreift mit tausend Wurzelzweigen das ganze weibliche Herz, sie zieht alles Blut, sogar das verdorbene, in sich an und überwächset und ver …

Jean Paul, Das Kampaner Tal oder über die Unsterblichkeit der Seele, nebst einer Erklärung der Holzschnitte unter den 10 Geboten des Katechismus, 1797. XI. Erster Freudenstock0
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Verächtlich ist eine Frau, die Langweile haben kann, wenn sie Kinder hat.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Zweites Kapitel über Bestimmung des weiblichen Geschlechts. § 800
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Die Mutter liebt der Art Menschen, von der ihr Sohn ist; gibt dem Handwerksburschen, wenn ihr Sohn einer, mehr.

Jean Paul, Bemerkungen, August 17820
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Noch dazu schauete Viktor immer [...] zu Emanuels offnem Fenster und ließ sich ein Lächeln von ihm wie eine laufende Welle voll Licht herunterwehen.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Drittes Heftlein. Zweiter Pfingsttag (34. Hundposttag)0
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Auf Bergen ist früher als unten Licht und Eis.

Jean Paul, Friedens-Predigt an Deutschland, 1808. X. Vermischte Gelegenheits-Sprüche0
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Setzet alle, die ihr eine Ernte wollt, eine Hoffnung nicht bloß voraus, sondern handelt nach ihr, so erfüllt sie sich eben.

Jean Paul, Politische Nachklänge, 1832 (posthum). Für Manchenmann und Jedermann0
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Wer hofft, hat schon gesiegt und siegt weiter.

Jean Paul, Herbst-Blumine oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften, 3 Bde., 1810-20. Drittes Bändchen. III. Traumdichtungen in der ersten Nachmitternacht des neuen Jahrs, Dezember 18120
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Das Schönste, was wir in der Vergangenheit antreffen, ist die Hoffnung.

Jean Paul, Bemerkungen, August 17820
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Die Armut und die Hoffnung sind Mutter und Tochter. Indem man sich mit der Tochter unterhält, vergißt man die andere [die Mutter].

Jean Paul, Nachlass0
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Die Hoffnung mag eintreffen oder nicht, so hat sie doch das Gute, daß sie die Furcht verdrängt.

Jean Paul, Nachlass. Gedanken, 18120
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An einem Glück oder Unglück ist man nie schuld, aber am wiederkehrenden.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Mai 17990
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Wer auf den blumigen Höhen der Menschheit doch kein Glück erreicht, der ist, wenn er ohne Gott im Innern ist, hilfloser als der Niedrige, der wenigstens in de …

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Fünftes Kapitel. Geheime Instruktion eines Fürsten an die Oberhofmeisterin seiner Tochter. § 1010
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Die Ministerin war im Gespräche [...] auf den Satz geraten, daß Kindern keine Schule nötiger sei als die der Geduld, weil entweder der Wille in der Kindheit g …

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Erster Band. Sechste Jobelperiode. 34. Zykel0
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Unser ganzes Leben ist ein nie wiederkommender Geburt[s]tag der Ewigkeit, den wir darum heiliger und freudiger begehen sollten.

Jean Paul, D. Katzenbergers Badereise; nebst einer Auswahl verbesserter Werkchen, 2 Bde., 1809. V. Über den Tod nach dem Tode; oder der Geburttag0
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Den ersten Geburtstag feiert man mit Weinen.

Jean Paul, Nachlass. Gedanken, 18100
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Sich eines philosophischen Satzes zu erinnern, braucht man mehr Zeit als eines historischen: jenen schafft man beinahe wieder mit.

Jean Paul, Bemerkungen, August 17820
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Die Erinnerungen früherer Zeiten nehmen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt eine andere Gestalt und Wirkung für uns an.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. September 18170
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Wenn man sich etwas erinnern will, hebt man den Kopf in die Höhe.

Jean Paul, Bemerkungen, August 17820
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Der 27 etc. Jul. waren vielleicht ein Paar pränumerierte Tage aus einem himlischen Julius, die in meinen irdischen Kalender nicht gehören. Ich habe nichts meh …

Jean Paul, Briefe. An August Ludwig von Spangenberg, 8. August 17900
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Das Echo wie der Nachruhm behalten nur die letzten Silben eines Menschen.

Jean Paul, Gesammelte Werkchen, 1828 (posthum). V. Meiner abgerissenen Einfälle erste Lieferung0
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Ich wäre am begierigsten, die Fehler der Engel zu wissen.

Jean Paul, Bemerkungen, August 17820
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Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus welchem wir nicht getrieben werden können.

Jean Paul, Impromptü's, welche ich künftig in Stammbücher schreiben werde (in: Cotta'sches Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1812), 18110
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Himmel! wie wohlfeil ist das Leben, wenn man nur froh sein, nicht es scheinen will!

Jean Paul, Friedens-Predigt an Deutschland, 18080
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O, ihr gedrückten Menschen [...], wie überlebt ihr Müden es, o wie könnt ihr denn alt werden, wenn der Kreis der Jugendgestalten zerbricht und endlich ganz um …

Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796. Mußteil für Mädchen. 1. Der Tod eines Engels0
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In der Jugend will man sonderbarer erscheinen als man ist, im Alter weniger sonderbar als man ist.

Jean Paul, Nachlass. Merkblätter, 18200
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Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsre Freuden, sondern weil unsre Hoffnungen aufhören.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Erster Band. Sechste Jobelperiode. 34. Zykel0
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Jeder ist mit seinem Leibe sein eignes Gebeinhaus.

Jean Paul, Nachlass0