weisegedanken
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Peter Rudl

Zitate & Gedichte
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Zeit hat keine Zukunft. Entropie hat Zeit. Die Große Nacht der Ewigkeit.

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Nichts ist gleichgültiger als die Ewigkeit.

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Die Zeit leidet schon jetzt am Trauma der Ewigkeit.

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Unter dem Mond der Zeit ist das Leben eine Springprozession in den Schoß des Meeres Tod. Jeder Rückzug bringt es ihm näher. Die Zeit beugt sich dem Gesetz vie …

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Die Zeit ist eine subjektive Brechung und hat keine absolute Größe.

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Reue: sich bei seinem Schatten entschuldigen, dass die Sonne scheint.

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Das Hässlichste am Sommer sind die Menschen, die er aus ihren Häusern treibt.

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Hoffnung und Sehnsucht sind das vizio ereditario des Leidens.

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Die sogenannte Seele ist nur eine abgeleitete Funktion, die die Geometrie des Lebens nirgends tangiert.

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Inhalt frommt der Hülle – non vice versa.

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Manch niedriger Seele muss man erst Oberwasser geben, damit sie sich weist.

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Die sogenannte "Seele" bietet nur Einstiegsreize. Nie Durchhaltegriffe.

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Seele? Ein Arbeitsbegriff.

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Reisen sind wie schon Träume eine Blutwäsche für das Gehirn.

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Fressen und Gefressen-Werden. Nur die wenigsten Tiere sterben an Altersschwäche. Die Schöpfung ist und bleibt ein Akt grenzenloser Gewalt.

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Wenn man sich wachen Blicks mit der Natur auseinandersetzt, findet man nichts als Gleichnisse.

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Idylle: praktisch alles, was nicht von Menschenhand rührt oder durch sie berührt wurde. Aber man soll auch wissen: Idyllen sind meist trügerisch. Der Mensch s …

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Unterm Strich ist alles hienieden nur eine Frage der Säfte und ihrer Verderblichkeit. Die unser Auge schonenden Kryptodermien sollten einem nicht den sezieren …

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Natur ist die tiefste Bedingung. Die höchste ist bedingungslos, ist Geist.

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Jemanden zum Lächeln zu bringen oder von jemandem zum Lächeln gebracht zu werden heißt schon sehr viel. Mehr kann und sollte man von einem anderen Geschöpf ni …

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Diese Art Grienens, die bereits Horn ansetzt. Ob das Greenhorn dahinter glaubt, dass es ihn schützt?

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Das Licht ist die Grenze in die nächsten Dimensionen, die sich durch schwarze Löcher spielend überbrücken lässt. Unverortbar bleibt allein der jen- wie allsei …

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All die lichtumgrenzten Entitäten, Wirklichkeiten und gleich(ge)zeitig dieses unerhörte allenthaltene batybische Momentum von Verfinsterung und Kälte. Wer wei …

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Lachen: kein befreienderer Ausdruck von Freiheit zu denken. Nichts, das zugleich frecher, schöner, lustvoller und sinnlicher wäre. Lachen ist der Kuß des Humo …

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Hoffnung: dieser maulwurfsseelengerechte Tunnel am Ende des Lichts.

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Wer die Hoffnung zuletzt sterben lässt, ist über diesen typischen Debütantenfehler nie hinausgekommen.

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Alle Hoffnung ist bloß graue Fallegorie.

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Es gibt auch ein Gedächtnis der Zukunft. Manche nennen es Kunst, manche Seele, die wenigsten Nichts, und zu viele Hoffnung.

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Ich weiß nicht, wohin ich gehe. Aber ich gehe ohne Hoffnung.

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Hoffnung: verkaufte Ehre. Prostituiert sich gern in altvornehmen Bordellen, mit so pompösen Namen wie "Rechter Glaube" oder "Große Liebe". In der Gosse geht s …

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Die Hoffnung liegt tief im Schoß des Todes begraben. Sein saurer Samen gebiert Ungeheuer, wovon sie nichts ahnt noch sich träumen lässt, während sie langsam e …

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Geduld lernt, was erdulden muss. Doch lehrt sie, was erdulden lässt.

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Wo Geduld träge und lethargisch wird, nennt sie sich doch gern noch Toleranz.

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Geduld ist das erste, worauf Genie verzichten kann.

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Erinnerung: in der Regel immer nur das gerechte Bleiwerk des Vergessens, in das immer neue Stollen der Verbrämung, des erstickten Selbstbezichts und der scham …

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Erinnerungen: Totenrosen des Glücks. So jung und schon so welk. Je älter, desto blühender die Pracht.

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Erinnern heißt drapieren.

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Dank: eine problematische Sache. Aber vielleicht gerade für die, die vorgeben, ihn nicht zu brauchen, unter Umständen das Größte.

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Warum nicht dankbar sein für etwas, das immerhin denkbar ist? Manche nennen es Möglichkeit, andere Glauben. Quoi qu' il en soit, alles ist besser als Religion …