Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule aus dem Gartenschatten, Wo einander Tropfen fallen hören Und ein Wandervogel lautet, Zu der Säule, die in Majoran und …
„Unten macht sich aller Abend grauer, Und das ist schon Nacht, was da als lauer Lappen sich um die Laternen hängt. Aber höher, plötzlich ungenauer, Wird die le …
„Wir sind uns mühsam fremd geworden, jetzt will es mir die Seele morden, dies arme, bange Einsamsein. Kein Hoffen, das die Segel bauscht. Nur diese weite, weiß …
„haben nur aneinander Halt, jedes Wort wird wie ein Wald vor unserm Wandern sein. Unser Wille ist nur der Wind, der uns drängt und dreht; weil wir selber die S …
„Alle Mädchen erwarten wen, wenn die Bäume in Blüten stehn. Wir müssen immer nur nähn und nähn, bis uns die Augen brennen. Unser Singen wird nimmer froh. Fürch …
„Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge und keine Heimat haben in der Zeit. Und das sind Wünsche: leise Dialoge täglicher Stunden mit der Ewigkeit. Und das is …
„(Im Jardin des Plantes, Paris) Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hi …
„Die immer leiser mit mir schafft Wie hinter vielen Wänden; Jetzt ward mir erst der Werktag schlicht Und wie ein heiliges Gesicht Zu meinen dunklen Händen.Rain …
„Sehnsuchtgeweiht durch alle Tage schweifen. Dann, stark und breit, mit tausend Wurzelstreifen tief in's Leben greifen und durch das Leid weit aus dem Leben re …
„gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung; und wollen sehen, daß wirs nehmen lernen, …
„weiß Lieb nicht wie lieb Lieb ist; wenn aber Lieb von Lieb scheidet, weiß lieb Lieb wohl, was lieb Lieb war.Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), eigentlich René …
„Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen? Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas Ver …
„Mit der Geliebten wurde ich zu zwein; und aus uns beiden in die Welt hinein und über alles Wesen wuchs das Wir. Und weil wir Alles sind, sind wir allein.Raine …
„Hörst du Geliebte, ich hebe die Hände - hörst du: es rauscht... Welche Gebärde der Einsamen fände sich nicht von vielen Dingen belauscht? Hörst du, Geliebte, …
„wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse …
„I. Und wie mag die Liebe dir kommen sein? Kam sie wie ein Sonnen-, ein Blütenschein, kam sie wie ein Beten? – Erzähle: Ein Glück löste leuchtend aus Himmeln s …
„Du, der ich's nicht sage, daß ich bei Nacht weinend liege, deren Wesen mich müde macht wie eine Wiege. Du, die mir nicht sagt, wenn sie wacht meinetwillen: wi …
„Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite mich verlierend selbst mir aus der Hand, ohne Hoffnung, daß ich das bestreite, was zu mir kommt wie aus deiner Seite, e …
„Welche Wiesen duften deine Hände? Fühlst du, wie auf deine Widerstände stärker sich der Duft von draußen stützt. Drüber stehn die Sterne schon in Bildern. Gib …
„Wie war das Eines: Duft der Linden atmen, Parkstille hören –, plötzlich in einander aufschaun und staunen bis heran ans Lächeln. In diesem Lächeln war Erinner …
„Wer ist es, wer mich so liebt, daß er sein liebes Leben verstößt? Wenn einer für mich ertrinkt im Meer, so bin ich vom Steine zur Wiederkehr ins Leben, ins Le …
„was ich auch werde, liebliches zeitiges Licht, Erstling der Erde. Alles, was du versprachst, hat sie gehalten, seit du das Herz mir erbrachst ohne Gewalten. F …
„Ich ließ meinen Engel lange nicht los, und er verarmte mir in den Armen, und wurde klein, und ich wurde groß: und auf einmal war ich das Erbarmen, und er eine …
„Sie haben alle müde Münde und helle Seelen ohne Saum. Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde) geht ihnen manchmal durch den Traum. Fast gleichen sie einander alle …
„Und du wartest, erwartest das Eine, das dein Leben unendlich vermehrt; das Mächtige, Ungemeine, das Erwachen der Steine, Tiefen, dir zugekehrt. Es dämmern im …
„Das Heimweh, welches die vier Menschen schon fast vergessen hatten, kam wieder in einer anderen, unerwarteten Gestalt über sie. Sie sehnten sich nicht mehr na …
„Und der Mut ist so müde geworden und die Sehnsucht so groß.
Rilke, Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke, 18990 „Unser Wille ist nur der Wind, der uns drängt und dreht; weil wir selber die Sehnsucht sind, die in Blüten steht.
„Nirgends, Geliebte, wird die Welt sein, als innen. Unser Leben geht hin mit Verwandlung. Und immer geringer verschwindet das Außen.
„In Italien laufen sie blind an tausend leisen Schönheiten vorbei zu jenen offiziellen Sehenswürdigkeiten hin, die sie doch meistens nur enttäuschen, weil sie, …
„Spätherbst in Venedig Nun treibt die Stadt schon nicht mehr wie ein Köder, der alle aufgetauchten Tage fängt. Die gläsernen Paläste klingen spröder an deinen …
Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Der neuen Gedichte anderer Teil (1909)0 „Vor der Natur gibt es kein Urteil; sie hat immer recht.
„Nur wer auf alles gefaßt ist, wer nichts, auch das Rätselhafteste nicht ausschließt, wird selbst sein eigenes Dasein ausschöpfen.
„Hier ist das Wunder, das allen immer widerfährt, die wirklich lieben; je mehr sie geben, desto mehr besitzen sie von der kostbaren erhaltenden Liebe, die Blum …
„Geliebtsein heißt aufbrennen. Lieben ist: Leuchten mit unerschöpflichem Öle. Geliebtwerden ist vergehen, Lieben ist dauern.
Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 19100 „Man müßte so sich ineinanderlegen wie Blütenblätter um die Staubgefäße.
„Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider, und auch das ist Geräusch bis zu dir.
„Lieben heißt allein sein.
„Je mehr Liebe man gibt, desto mehr besitzt man davon.
„Die Frau hat seit Jahrhunderten die ganze Arbeit in der Liebe geleistet.
„Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren, du nur, du wirst immer wieder geboren: weil ich niemals dich anhielt, halt ich dich fest.
„Darin besteht die Liebe: Daß sich zwei Einsame beschützen und berühren und miteinander reden.
„Es gibt kein ärgeres Gefängnis als die Furcht, einem Liebenden weh zu tun.
„Dieses ist das erste Vorgefühl des Ewigen: Zeit haben zur Liebe.
Rilke, Tagebücher. Schmargendorfer Tagebuch, 18980 „Aushalten und Geduld haben, keine Hilfe erwarten als die ganz große, nahezu wunderbare!
„Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und …
Rilke, Briefe an einen jungen Dichter (Franz Xaver Kappus), 1903-1908. 16. Juli 19030 „Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!
Rilke, Briefe an einen jungen Dichter (Franz Xaver Kappus), 1903-1908. 23. April 19030 „Jeder Engel ist schrecklich.
Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Duineser Elegien, 1912/1922. Aus: Die zweite Elegie0 „Wir sollen nur tiefer und wunderbarer hängen an dem, was war, und lächeln: ein wenig klarer vielleicht als vor einem Jahr.
„Dank ist ja vielmehr eine Verfassung, denn eine Aussprache.
Rilke, R. M., Briefe. An Karl und Elisabeth von der Heydt0