hängt des Menschen Seele fest, Wie des Taues Perlentropfen in der Rose süßem Nest. Aber wann er auf die Erde mit den welken Blättern sinkt, folgt er gern dem …
„Nun merk' ich erst, wie müd' ich bin, Da ich zur Ruh' mich lege: Das Wandern hielt mich munter hin Auf unwirtbarem Wege. Die Füße frugen nicht nach Rast, Es w …
„Eine Krähe war mit mir Aus der Stadt gezogen, Ist bis heute für und für Um mein Haupt geflogen. Krähe, wunderliches Tier, Willst mich nicht verlassen? Meinst …
„Aus Gold und Silber, Blei und Eisen, hat Zeus die Zeiten fabriziert. Von welchem Erz ist mein Jahrhundert? Man sieht es nicht, es ist plattiert.
„Sollst nicht murren, sollst nicht schelten, wenn die Sommerzeit vergeht; Denn es ist das Los der Welten, alles kommt und alles geht.
„Frag' den Grashalm, der der Sonne Regenschwer entgegenzittert, Ob er heute wünschen möchte, Daß es gestern nicht gewittert.
„Das Weinen ist die erste Kunst, die lächelnd uns das Leben lehrt: So lehr' es lächeln uns zuletzt, wenn es sich weinend von uns kehrt.
Müller, W., Gedichte. Epigramme, 3. Hundert0 „Die längste Hoffnung kommt doch an dasselbe Ziel, Das auch nach kurzem Lauf noch keinem wohl gefiel.
„Viel Hoffnung treibt mit Jugendglühn noch oft aus greisen Lebens Schoß und macht die letzten Kräfte grün, wie an dem morschen Stamm das Moos.