weisegedanken
Gedicht

An die Natur

Martin Greif

Die Menschen altern Und wandeln zuletzt Als Greise gebückt Unkenntlich fast; Doch du, Natur, Du bleibst dieselbe In gleicher Frische Jahr um Jahr. Auf deinem Antlitz Ändert sich nichts; Nicht Falten und Furchen Lässest du schau'n, Allen Sterblichen Ihrer Jugend Bleibst du ein Bildnis. Du und Erinnerung Leiden im Prangen Keine Schmach. Schön bist du so, Wie du es warst Seit zahllosen Tagen. Wann längst ich zerfallen, Preist dich ein andrer.Martin Greif (1839 - 1911), eigentlich Hermann Frey, deutscher Bühnenautor und Lyriker