weisegedanken
Gedicht

Der Komet

Hermann Lingg

(Fragment) In des Weltraums hängenden Gärten wehn Die Geburten des All, die dem Äther entstehn, Die der Lichtstoff zeugt – am erlöschenden Stern, Am verödeten jagt noch mit flüssigem Kern Der Komet durch den Raum und durchwallt vor dem Herrn In feurigen Bahnen die Schöpfung. Lichtmeere durchfliegt er, Jahrtausenden vor, Jahrtausenden nach, über Monden empor Den unendlichen Weg, bis wieder sein Licht Ins versteinte Gesicht Der gealterten Erde zurückblickt.Hermann Lingg (1820 - 1905), seit 1890 Ritter von Lingg, deutscher Dichter, Mitglied des Münchener Dichterkreises »Die Krokodile«, verfasste u. a. das Epos »Die Völkerwanderung«