weisegedanken
Gedicht

Der verlorene Sohn

Klabund

Mutter, aus der Fremde kehre elend ich zu dir zurück. Hab verloren Herz und Ehre und verloren Gold und Glück. Ach, als ich an deinen Händen noch durch Blust und Sommer lief! Rosen blühten allerenden, und der braune Kuckuck rief. Himmel wehte als ein Schleier um dein liebes Angesicht, Schwäne glänzten auf dem Weiher, und die Nacht selbst war voll Licht. Deine Güte Sterne säte, und beruhigt schlief ich ein. Mutter, Mutter, bete, bete! Laß dein Kind mich wieder sein.Klabund (1890 - 1928), eigentlich Alfred Henschke, deutscher Schriftsteller, Übersetzer ostasiatischer Dichtkunst, Lyriker, Dramatiker und Komödienschreiber