weisegedanken
Gedicht

Gefeit.

Wilhelm Jordan

Nun mag geschehen was da will, Ich stehe fest und halte still; Was kann mich fürder kränken? Nun bin ich gegen Haß und Neid Unnahbar durch den Trost gefeit Daß du mich liebst zu denken. Wohl kommen Tage trüb und schaal, Da will kein Freudensonnenstrahl Die Wolken licht umsäumen. Doch alle Sorgen, alles Leid Entgilt mir Nachts die Seeligkeit Daß du mich liebst zu träumen. Ob mich die Menschen mißverstehn, Mein Bestes mir zur Schmach verdrehn Die Ehre mir zu rauben, – Was fragt mein tapfres Herz danach So lang' ich Eines noch vermag: Daß du mich liebst zu glauben.Wilhelm Jordan (1819 - 1904), deutscher Schriftsteller und Politiker, war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung; markanter Vortragskünstler eigener Dichtungen