weisegedanken
Gedicht

Lied einer Mutter

Johann Georg Jacobi

Schließ die Äuglein, holder Kleiner! Schlafe sicher mir im Arm! O dein Bettlein macht dir keiner Je so weich, so liebewarm: Mutterliebe wiegt dich ein; Mutterküsse warten dein. Unter tausend, tausend Küssen Aufgewacht, ans Herz gedrückt, Möchtest du nur einmal wissen, Wie dein Lächeln mich entzückt! Engel-Unschuld lacht mich an: Offen ist der Himmel dann! Wohl dem Herzen voller Treue, Das sich alles darf gestehn! Kleiner Engel! ohne Reue Kann ich dir ins Auge sehn. Immer, immer lächle so! Nur die Unschuld macht uns froh!Johann Georg Jacobi (1740 - 1814), deutscher anakreontischer Lyriker, auch Herausgeber der Zeitschrift »Iris«