weisegedanken
Gedicht

Sommermorgen im Gebirg

Hermann Lingg

Am Gebirg, dem dunklen wogen Wolken nach den Höhn, Rosig schon vom Licht umflogen, Denn der Tag wird schön. Frisch gemäht die feuchten Auen Duften lieblich her, Vom Gewitterregen thauen Noch die Bäume schwer. Ulmen flüstern dort, dort neigen Erlen sich zum Bach, Und es werden in den Zweigen Süße Stimmen wach.Hermann Lingg (1820 - 1905), seit 1890 Ritter von Lingg, deutscher Dichter, Mitglied des Münchener Dichterkreises »Die Krokodile«, verfasste u. a. das Epos »Die Völkerwanderung«