weisegedanken
Gedicht

Tief im Schatten alter Rüstern,

Albrecht von Wickenburg

Starren Kreuze hier am düstern Uferrand. Aber keine Epitaphe Sagen uns, wer unten schlafe, Kühl im Sand. Still ist's in den weiten Auen. Selbst die Donau ihre blauen Wogen hemmt. Denn sie schlafen hier gemeinsam, Die, die Fluten still und einsam, Angeschwemmt. Alle, die sich hier gesellen, Trieb Verzweiflung in der Wellen Kalten Schoß. Drum die Kreuze, die da ragen, Wie das Kreuz, das sie getragen, "Namenlos".Albrecht von Wickenburg (1838 - 1911), Albrecht Capello Graf von Wickenburg, österreichischer Lyriker und Schriftsteller Gedicht am "Friedhof der Namenlosen" in Wien