weisegedanken
Gedicht

Verbannt

Therese Dahn

Die Wolken zieh'n, die Winde wehen, Auf hohem Berge möcht' ich stehen Und ach! noch einmal schau'n das Land, Wo ich zuerst Dich sah - und fand. Wie magst in Nächten und in Tagen Du all das Leid der Trennung tragen? Ach, oder ist es schon gethan? Und schläffst du unterm Wiesenplan? Die Wolken zieh'n, die Winde wehen, Und rastlos muß ich weitergehen: - Und immer ferner liegt das Land, Wo ich zuerst dich sah - und fand.Therese Dahn (1845 - 1929), geb. Therese von Droste-Hülshoff, deutsche Schriftstellerin, Nichte der Annette von Droste-Hülshoff, Ehefrau von Felix Dahn