weisegedanken
Gedicht

Die Zeit, die Deiner Schönheit Fäden spann,

William Shakespeare

Darauf entzückt sich alle Augen richten, Wird einstmals Dir erscheinen als Tyrann, Die holde Schöpfung unhold selbst vernichten. Dem Sommer folgt der frost'ge Winter bald, Umhüllt mit Schnee die Schönheit und entblättert Die duft'ge Blume wie den grünen Wald; Die Säfte stocken, alles steht verwettert. Dann, bliebe nicht des Sommers Duft zurück, Gefangen in kristall'ner Mauern Innern, Hin wäre seiner Schönheit Lust und Glück, Wir hätten nichts, uns ihrer zu erinnern. So aber lebt ihr süßes Wesen fort Im Winter, wenn die Hülle auch verdorrt.William Shakespeare (1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter