weisegedanken
Gedicht

Wer wußte je das Leben recht zu fassen,

August von Platen-Hallermünde (Graf Platen)

Wer hat die Hälfte nicht davon verloren Im Traum, im Fieber, im Gespräch mit Toren, In Liebesqual, im leeren Zeitverprassen? Ja, der sogar, der ruhig und gelassen, Mit dem Bewußtsein, was er soll, geboren, Frühzeitig einen Lebensgang erkoren, Muß vor des Lebens Widerspruch erblassen. Denn Jeder hofft doch, daß das Glück ihm lache, Allein das Glück, wenn's wirklich kommt, ertragen, Ist keines Menschen, wäre Gottes Sache. Auch kommt es nie, wir wünschen bloß und wagen: Dem Schläfer fällt es nimmermehr vom Dache, Und auch der Läufer wird es nicht erjagen.August von Platen-Hallermünde (Graf Platen) (1796 - 1835), geboren als Graf Karl August Georg Maximilian von Platen-Hallermund, wird meist August von Platen oder August Graf von Platen genannt, deutscher Dramatiker, Theaterschriftsteller und Lyriker