weisegedanken

Wem Unverhofftes zuteil ward, den treibt sein Hoffen bis zur Unverschämtheit.

Lucius Annaeus Seneca Seneca, Von der Gnade. An den Kaiser Nero (De Clementia), alternative deutsche Titel hierfür auch "Über die Milde" und "Über die Güte". I, 1. Übersetzt von J. M. Moser (1828) Originaltext: Spes inprobissimas conplectuntur insperata adsecuti0 ✓ Quelle geprüft
DeutungWer einmal unverhofftes Glück erfährt, dessen Hoffnung kennt bald keine Grenzen mehr. Das unerwartet Gewonnene weckt die Gier nach immer Mehr und treibt das Erwarten ins Maßlose. Die Beobachtung warnt vor jener Hoffnung, die sich am eigenen Glück berauscht und die Bescheidenheit verliert.
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