Immer glücklich zu sein und ohne jede Gemütstrübung das Leben zu durchwandern, heißt nur die eine Seite der Natur kennen.
Seneca, Von der göttlichen Vorsehung (De Providentia). 4. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt (1923)0 „Ich habe angefangen, mir selbst ein Freund zu sein. – Damit ist schon viel gewonnen, denn man kann dann niemals mehr einsam sein. Wisse auch, daß ein solcher …
Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius0 „Nein, nicht gering ist die Zeit, die uns zu Gebote steht; wir lassen nur viel davon verloren gehen.
Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 1. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: Non exiguum temporis habemus, sed multum perdidimus0 „Ich wundere mich oft, wenn ich sehe, daß man andere bittet, uns ihre Zeit zu widmen, und daß die darum Ersuchten sich so überaus gefällig erweisen. Beide lass …
Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 8. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923)0 „Nichts [...] ist unser wahres Eigentum außer der Zeit.
Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 1. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Omnia [...] aliena sunt, tempus tantum nostrum est0 „Hektik weist auf ein krankes Gemüt, Hauptmerkmal eines geordneten Verstandes ist Beharrungsvermögen und die Fähigkeit, mit sich selbst umgehen zu können.
„Was kann an sich das Reisen einem nützen? Es tut der Genusssucht keinen Einhalt, es zähmt nicht die Begierden, beschwichtigt nicht den Zorn, unterdrückt nicht …
Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 104. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)0 „Die Natur unterwirft die Schwachen den Starken.
„Wo die Natur nicht will, ist die Arbeit umsonst.
Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 6. Kapitel. Übersetzt von J. Moser, 1828. Originaltext: Reluctante natura, irritus labor est0 „Doch muss jedermann eine Stiefmutter, wenn sie auch eine gute ist, teuer bezahlen.
Seneca, Trostschrift an Helvia (De Consolatione ad Helviam matrem). 2. Kapitel. Übersetzt von J. M. Moser (1828) Originaltext: Nulli tamen non magno constitit etiam bona noverca0 „Selbst Götter zwingt der Liebe Macht.
(Pseudo-)Seneca, Herkules auf dem Oeta (Hercules Oetaeus), vermutlich nicht von Seneca. V. 473. Übersetzt von Franz Kunz [?] (1897). Originaltext: Vicit et superos amor.0 „Wem die Sonne durch die Dunkelheit leuchtet, genießt zwar noch immer nicht die Güte des Lichtes, kann aber in der Zwischenzeit damit zufrieden sein, die Schat …
Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 79. Brief. Übers. Aphorismen.de Originaltext: Cui sol per caliginem splendet, licet contentus interim sit effugisse tenebras, adhuc non fruitur bono lucis.0 „Es kann Licht werden, wenn wir es wollen.
Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 110. Brief. Übers. Aphorismen.de Originaltext: Lucescere, si velimus, potest.0 „Bist du weise, so mischst du das eine mit dem anderen und wirst weder hoffen ohne zu zweifeln, noch verzweifeln ohne zu hoffen.
Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 104. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Si sapis, alterum alteri misce: nec speraveris sine desperatione nec desperaveris sine spe0 „Wem Unverhofftes zuteil ward, den treibt sein Hoffen bis zur Unverschämtheit.
Seneca, Von der Gnade. An den Kaiser Nero (De Clementia), alternative deutsche Titel hierfür auch "Über die Milde" und "Über die Güte". I, 1. Übersetzt von J. M. Moser (1828) Originaltext: Spes inprobissimas conplectuntur insperata adsecuti0 „Wer sein Leben von der Hoffnung abhängig macht, dem entschlüpft immer die ihm zunächst liegende Zeit, und es tritt eine Art Heißhunger ein und die unseligste …
Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 101. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: In spem viventibus proximum quodque tempus elabitur, subitque aviditas et miserrimus ac miserrima omnia efficiens metus mortis0 „Glück ist, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft.
„Glücklich kann derjenige genannt werden, der weder von Begierden, noch von Furcht erregt wird, – wohlverstanden dank seiner vernünftigen Einsicht.
Seneca, Vom glückseligen Leben (De Vita Beata), um 58 n. Chr. 5. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt (1923)0 „Vertraue auf dein Glück – und du ziehst es herbei.
„Und doch verwickelt uns nichts in größeres Unheil, als daß wir uns nach dem Gerede der Menge richten, in dem Wahne, das sei das Beste, was sich allgemeinen Be …
Seneca, Vom glückseligen Leben (De Vita Beata), um 58 n. Chr. 1. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt (1923)0 „Jedes noch so harte Joch drückt den, der ruhig darunter geht, weniger als den, der widerstrebt. Das einzige Linderungsmittel bei großen Leiden ist, dass man i …
Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira)0 „Es ist nichts nützlicher, als Erinnerungen, wenn sie auch nur in kurzen Sprüchen bestehen. – Erinnerung lehrt nicht sowohl, sie ist auch eine Art Ermahnung.
Schaible (Hg.), Geistige Waffen. Ein Aphorismen-Lexikon, 19010 „Einen dankbaren Menschen erfreut die empfangene Wohltat immer, einen undankbaren nur einmal.
„Es sind nicht viele, bei denen die Dankbarkeit länger dauert als die Gabe; häufiger ist's, dass das Geschenkte nicht länger in der Seele bleibt, als im Gebrau …
Seneca, Von den Wohltaten (De Beneficiis). I, 12. Übersetzt von J. M. Moser (1829). Originaltext: Apud paucos post rem manet gratia; plures sunt, apud quos non diutius in animo sunt donata quam in usu0 „Der Lohn einer guten Handlung liegt darin, daß man sie vollbracht hat. Ich bin dankbar – aber nicht, damit der andere sich von meinem Beispiel angespornt fühl …
Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius1 „Danke doch lieber für das, was du bekommen hast; auf das andere warte und freue dich, dass du noch nicht alles hast.
Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). III, 31. Übersetzt von Otto Apelt (1923)1 „Wer sagen kann: »Ich habe gelebt«, der erhebt sich täglich zu neuem Gewinn.
Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 12. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Quisquis dixit »vixi« cotidie ad lucrum surgit0 „Kann wohl jemand dankbar sein gegen einen Menschen, der eine Wohltat entweder übermütig hingeschleudert, oder ihm im Zorne an den Hals geworfen, oder der den …
Seneca, Von den Wohltaten (De Beneficiis). I, 1. Übersetzt von J. M. Moser (1829) Originaltext: Gratus adversus eum esse quisquam potest, qui beneficium aut superbe abiecit aut iratus inpegit aut fatigatus, ut molestia careret, dedit?0 „Niemand liebt das Leben so wie einer, der alt wird.
„Das schlimmste Übel ist, ausscheiden aus der Schar der Lebendigen, ehe man stirbt.
Hoddick (Hg.), Aphorismenschatz der Weltliteratur. Weltliche Texte für Rede und Schrift, 18980 „Das Alter ist eine unheilbare Krankheit.
Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 108. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Senectus enim insanabilis morbus est0 „Hin geht die Zeit, und verlässt uns, wir mögen noch so sehr um sie geizen. Weder die künftige ist mein, noch die vergangene. Ich schwebe auf einem Punkt der f …
Seneca, Naturbetrachtungen (Naturales quaestiones), 62-63 n. Chr. VI, 32. Übersetzt von G. H. Moser (1830)0 „Oft hat ein hochbetagter Greis keinen anderen Beweis für die Länge seines Lebens als die Summe seiner Jahre.
Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 3. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: Saepe grandis natu senex nullum aliud habet argumentum quo se probet diu vixisse, praeter aetatem0