weisegedanken
Zitate zum Nachdenken

Seele

Die Seele ist das große Unsichtbare in uns – das, worüber Dichter und Philosophen seit jeher streiten und sich zugleich einig sind. Angelus Silesius suchte in ihr die Wohnung Gottes, Oscar Wilde umkreiste sie mit Paradoxien, Goethe und Schiller besangen ihre Regungen zwischen Sehnsucht und Erhabenheit. Die folgenden Worte fragen, was uns im Innersten ausmacht und ausdauert. Sie führen an jenen Ort, den keine Wissenschaft vermisst und den doch jeder Mensch zu kennen glaubt.

Ausgewählte Zitate

Über Seele

Die „Seele" ist das innerste, unsichtbare Wesen des Menschen – Sitz von Gefühl, Gewissen und Sehnen, jener Grund, aus dem Liebe, Leid und Hoffnung aufsteigen. Kaum ein Begriff ist so vieldeutig: Religion sieht in ihr das Unsterbliche, die Philosophie das Prinzip des Lebendigen, die Dichtung den Ort, an dem sich das Eigentliche des Menschen bewahrt. Von der Seele zu sprechen heißt, nach dem zu fragen, was tiefer reicht als Verstand und Körper.

Durch die Jahrhunderte haben Denker um dieses Geheimnis gerungen. In der Antike deutet Heraklit von Ephesos die Seele als unauslotbare Tiefe, während der römische Kaiser Marc Aurel in stoischer Selbstbetrachtung nach innerer Ordnung sucht. Das Mittelalter bringt mit Hildegard von Bingen und Meister Eckhart eine glühende Mystik hervor, die Seele und Göttliches verbindet. Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller feiern in der Klassik die schöne, starke Seele; Ralph Waldo Emerson und Leo Tolstoi tragen den Gedanken in die Moderne und ins Ethische hinein.

Hier findet der Leser Worte für die stillen Regungen des Inneren: Zitate über Seelenruhe und Sehnsucht, über Trost im Leid und die Würde des Menschen, über das Zwiegespräch mit sich selbst. Der Bogen reicht von antiker Weisheit über mittelalterliche Mystik und klassische Dichtung bis zum modernen Denken – eine Sammlung für nachdenkliche Stunden ebenso wie für tröstende, tief empfundene Worte.