Drei Dinge werden nicht eher erkannt als zu gewisser Zeit: Ein Held im Kriege, Ein weiser Mann im Zorn, Ein Freund in der Not.
Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Skizziertes. Zweifelhaftes. Unvollständiges0 „Kein edler Freund Hält den Mitgefang'nen, Der flieh'n kann, zurück. Der Gedanke Von des Freundes Freiheit Ist ihm Freiheit Im Kerker.
Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Aus: 3. Ode an meinen Freund0 „Allein der Mensch besitzt noch manches, womit er seinen Freunden beistehen kann, das eben nicht klingende Münze zu sein braucht.
Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 4. Buch, 8. Kap., Wilhelm zu Philine0 „Der Lebende bedenke, Wenn auch der Tag ihm mault, Daß er den Freunden schenke, Was nie und nimmer fault.
Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Zahme Xenien 50 „Es kommt nicht darauf an, daß die Freunde zusammenkommen, sondern darauf, daß sie übereinstimmen.
Goethe, J. W., Gespräche. Mit Kanzler Friedrich von Müller, 14. April 18300 „Das sicherste Mittel, ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen und zu erhalten, finde ich darin, daß man sich wechselweise mitteile, was man tut. Denn die M …
Goethe, J. W., Briefe. An Siegmund Aug. Wolfg. Herder, Dezember 17980 „Ich weiß, du bist mein Freund, wenn du mich kennst: Und eines solchen Freunds bedurft' ich lange.
Goethe, Torquato Tasso, 1807. 2. Akt, 3. Szene, Tasso zu Antonio0 „Einen kritischen Freund an der Seite, kommt man immer schneller vom Fleck.
Goethe, J. W., Briefe. An Carl Ludwig von Knebel, 31. Dezember 17981 „(28. Aug. 1771) . . . die kleinen Gefälligkeiten der Freundschaft, die tausendmal werter sind als jene blendenden Geschenke, wodurch uns die Eitelkeit des Geb …
Goethe, Die Leiden des jungen Werther, 1774; hier in der zweiten Fassung von 1787. 1. Buch0 „Ohne Aufopferung läßt sich keine Freundschaft denken.
Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 8. Buch, 4. Kap., Wilhelm zu Jarno0 „Was macht sie unerträglich lang? – Müßiggang! Was bringt in Schulden? – Harren und Dulden! Was macht gewinnen? – Nicht lange besinnen! Was bringt zu Ehren? – …
„Reizend euer Haupt umzieren; Früchte wollen nicht verführen, Kostend mag man sie genießen. Bieten bräunliche Gesichter Kirschen, Pfirschen, Königspflaumen, Ka …
„Frisch gewagt und frisch hinaus! Kopf und Arm mit heitern Kräften, Überall sind sie zu Haus; Wo wir uns der Sonne freuen, Sind wir jede Sorge los. Daß wir uns …
„Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn, Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, Die Myrte still und hoch der Lorbee …
„Das Leben ist kurz, der Tag ist lang. Und immer sehnt sich fort das Herz, Ich weiß nicht recht, ob himmelwärts; Fort aber will es hin und hin Und möchte vor s …
„West, wie sehr ich dich beneide: Denn du kannst ihm Kunde bringen, Was ich in derTrennung leide ! Die Bewegung deiner Flügel Weckt im Busen stilles Sehnen; Bl …
„Was zieht mir das Herz so? Was zieht mich hinaus? Und windet und schraubt mich Aus Zimmer und Haus? Wie dort sich die Wolken Um Felsen verziehn! Da möcht ich …
„O lerne nie den andern kennen! Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen; Die eine hält, in derber Liebeslust, Sich …
„Heftet sich an und grünt und blüht. Kann es weder Stamm noch Mauer finden, Es muß verdorren, es muß verschwinden.Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gil …
„Weiß was ich leide! Allein und abgetrennt Von aller Freude, Seh' ich ans Firmament Nach jener Seite. Ach! Der mich liebt und kennt, Ist in der Weite. Es schwi …
„Von des schönen Mädchens Haupte Aus den Kränzen schau' ich nieder; Alles, was der Tod mir raubte, Seh ich hier im Bilde wieder, Bin so glücklich, wie ich war. …
„Von dem Berge zu den Hügeln, Niederab das Tal entlang, Da erklingt es wie von Flügeln, Da bewegt sich's wie Gesang; Und dem unbedingten Triebe Folget Freude, …
„Von wem ich es habe, das sag ich euch nicht, Das Kind in meinem Leib. Pfui! speit ihr aus: die Hure da! Bin doch ein ehrlich Weib. Mit wem ich mich traute, da …
„Mit Menschenwitz und Menschenlist Hinauf in Todesglut? Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist So wohlig auf dem Grund, Du stiegst herunter, wie du bist, Und würd …
„Sich wiederholend ewig fließt, Das tausendfältige Gewölbe Sich kräftig ineinander schließt, Strömt Lebenslust aus allen Dingen, Dem kleinsten wie dem größten …
„Gesetz und Ordnung, Wissenschaft und Kunst, Begabte sie mit aller Himmelsgunst, Der Erde krasses Los zu mindern. Sie kamen nackt vom Himmel an Und wußten sich …
„Wie herrlich leuchtet Mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten Aus jedem Zweig Und tausend Stimmen Aus dem Gesträuch. Und Fr …
„Leichte Silberwolken schweben Durch die erst erwärmten Lüfte, Mild, von Schimmer sanft umgeben, Blickt die Sonne durch die Düfte; Leise wallt und drängt die W …
„Ohne dich, Süße, was wäre der Tanz? Wärst du mein Schatz nicht, so möcht' ich nicht tanzen, Bleibst du es immer, ist Leben ein Fest.Johann Wolfgang von Goethe …
„Ihr Busen und ihr voll Gesicht; Zum Zittern wird nun ihre Strenge, Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht. Schnell hilft dir Amor zu entkleiden Und ist nicht ha …
„Der deiner Gäste Lärm verjagt; Wie glühst du nach dem schönen Munde, Der bald verstummt und nichts versagt. Du eilst, um alles zu vollenden, Mit ihr ins Heili …
„Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer Vom Meere strahlt; Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer In Quellen malt. Ich sehe dich, wenn auf dem ferne …
„Und sein Mund genießt der Stunde, Die ihm güt'ge Götter senden, Hüpft vom Busen zu dem Munde, Von dem Munde zu den Händen, Und ich [Schmetterling] hüpf' um ih …
„Aus Lieb'. Wie wären wir verloren? Ohn' Lieb'. Was hilft uns überwinden? Die Lieb'. Kann man auch Liebe finden? Durch Lieb'. Was läßt nicht lange weinen? Die …
„Schon da, wenn sie nur zärtlich lacht, Wenn sie bei Tisch des Liebsten Füße Zum Schemel ihrer Füße macht, Den Apfel, den sie angebissen, Das Glas, woraus sie …
„Was bedränget dich so sehr? Welch ein fremdes neues Leben! Ich erkenne dich nicht mehr. Weg ist alles, was du liebtest, Weg, worum du dich betrübtest, Weg dei …
„Der die Seele schmelzen macht, Flüstert durchs Gebüsch im Kühlen. Welche schöne, süße Nacht! Freude! Wollust!kaum zu fassen! Und doch wollt' ich, Himmel, dir …
„Schaff das Tagwerk meiner Hände, Hohes Glück, daß ich's vollende! Laß, o laß mich nicht ermatten! Nein, es sind nicht leere Träume: Jetzt nur Stangen, diese B …
„Wunderlichstes Buch der Bücher Ist das Buch der Liebe; Aufmerksam hab ich's gelesen: Wenig Blätter Freuden, Ganze Hefte Leiden; Einen Abschnitt macht die Tren …
„Die fröhlichsten Stunden des traurigen Lebens, Wenn flatterhaft je dich ein Mädchen vergißt. Geh, ruf sie zurücke, die vorigen Zeiten! Es küßt sich so süße de …
„Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer Und nimmermehr. Wo ich ihn nicht hab', Ist mir das Grab, Die ganze Welt Ist mir vergällt. Mein armer Kopf Ist mir v …
„Und leidvoll, Gedankenvoll sein, Langen Und bangen In schwebender Pein, Himmelhoch jauchzend, Zum Tode betrübt; Glücklich allein Ist die Seele, die liebt.Joha …
„Ach, wer bringt die schönen Tage, Jene Tage der ersten Liebe, Ach, wer bringt nur eine Stunde Jener holden Zeit zurück! Einsam nähr' ich meine Wunde, Und mit …
„Und jauchzet, ohne dass ihr's wisst, Dem Abgrund in der Nähe. Flieht Wiese, Bach und Sonnenschein, Schleicht, soll's euch wohl im Winter sein, Bald zu dem Her …
„Sich unempfindlich glaubt, Dem ist, wenn er ein Mädchen sieht, Das Herze gleich geraubt. Drum seht oft Mädchen, küsset sie, Und liebt sie auch wohl gar, Gewöh …
„Eine großgemess'ne Weite. Hebe mich an deine Seite! Gib der Schwärmerei dies Glück; Und in wollustvoller Ruh' Säh der weitverschlag'ne Ritter Durch das gläser …
„Und war mit ihr alleine; O, wie war ich erfreut! Ist je ein Paar alleine, Ist Amor niemals weit.Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der b …
„Schwimmt im Hauch äther'scher Wonne So das leicht'ste Wölkchen nie Wie mein Herz in Ruh' und Freude. Frei von Furcht, zu groß zum Neide, Lieb' ich, ewig lieb' …
„Im Felde schleich' ich still und wild, Gespannt mein Feuerrohr. Da schwebt so licht dein liebes Bild, Dein süßes Bild mir vor. Du wandelst jetzt wohl still un …
„Hält uns immer frisch bei Mute. Angedenken an das Schöne Ist das Heil der Erdensöhne. Angedenken an das Liebe, Glücklich! wenn's lebendig bliebe. Angedenken a …
„Es war ein König in Thule Gar treu bis an das Grab, Dem sterbend seine Buhle Einen goldnen Becher gab. Es ging ihm nichts darüber, Er leert' ihn jeden Schmaus …
„Die dem Stundenglas entrinnen, Würde Zeit und Ziel verfehlen, Solchem Strome nachzusinnen. Auch vergehn uns die Gedanken, Wenn wir in dein Leben schauen, Frei …
„Wenn Kranz auf Kranz den Tag umwindet, Sei dieser auch ihr zugewandt, Und wenn sie hier Bekannte findet, So hat sie sich vielleicht erkannt.Johann Wolfgang vo …
„Zur Erinnerung guter Stunden, Aller Freuden, aller Wunden, Aller Sorgen, aller Schmerzen In zwei tollen Dichterherzen; Noch im letzten Augenblick Laß ich Lenz …
„Ihr sucht bei ihm vergebens Rat; In dem Vergangnen lebt das Tüchtige, Verewigt sich in schöner Tat. Und so gewinnt sich das Lebendige Durch Folg' aus Folge ne …
„Kein Wesen kann zu Nichts zerfallen! Das Ew'ge regt sich fort in allen, Am Sein erhalte dich beglückt! Das Sein ist ewig: denn Gesetze Bewahren die lebend'gen …
„Das Alter ist ein höflich' Mann: Einmal übers andre klopft er an; Aber nun sagt niemand: Herein! Und vor der Türe will er nicht sein. Da klinkt er auf, tritt …
„Das Jahrhundert ist vorgerückt; jeder Einzelne aber fängt doch von vorne an.
Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Natur und Naturwissenschaft0 „Die Zeit ist selbst ein Element.
Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 4. Bandes 2. Heft, 18230 „Mein Erbteil wie herrlich, weit und breit! Die Zeit ist mein Besitz, mein Acker ist die Zeit.
Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, 1814 - 1819. Buch der Sprüche1