Sonne
Seit die Menschen zum Himmel blicken, ist die Sonne das mächtigste aller Sinnbilder: Quelle des Lebens, Zeichen der Wahrheit, Inbegriff der Freude. Augustinus und Angelus Silesius deuteten sie geistlich, während andere in ihr schlicht das Versprechen eines neuen Morgens sahen. Zwischen Wärme und Erkenntnis, zwischen Aufgang und Untergang spannen sich die folgenden Worte. Sie erinnern daran, dass wir das Selbstverständlichste – das tägliche Licht – vielleicht am wenigsten zu würdigen wissen.
Über Sonne
Die Sonne ist seit jeher Sinnbild des Lebens selbst – Quelle von Licht, Wärme und Wachstum und zugleich Zeichen für Wahrheit, Hoffnung und göttliche Ordnung. In der deutschen Sprache trägt sie zärtliche wie erhabene Bedeutungen: vom liebevollen Kosewort bis zum Bild der Erkenntnis, die das Dunkel vertreibt. Bezeichnend ist, dass sie fast nie für sich allein steht – gedacht wird sie stets im Verhältnis zu Nacht, Schatten und Gewölk, das ihr Licht nur zeitweilig verbirgt.
Über die Sonne haben Denker vieler Jahrhunderte nachgesonnen. Johann Gottfried von Herder deutet ihren Untergang als Versprechen einer neuen Morgenröte, Carl Ludwig Schleich preist die weckende Kraft eines einzigen Strahls, und Friedrich von Schiller stellt ihr das eigene Feuer des Menschen gegenüber. Mit Nikolaus Kopernikus tritt der Naturforscher hinzu, der ihr den Mittelpunkt zuweist; Georg Christoph Lichtenberg, Matthias Claudius, Jeremias Gotthelf und Ralph Waldo Emerson fügen weitere Blickwinkel hinzu – vom Aphorismus bis zur frommen Betrachtung.
Der Leser findet hier eine reiche Mischung aus naturphilosophischer Betrachtung, geistlicher Symbolik und trostreicher Lebensweisheit. Der Bogen reicht von der Antike über die Aufklärung – mit ihrem neuen, auch astronomischen Blick auf das Gestirn – bis in die Moderne, in der die Sonne wieder ganz zum Bild für inneres Licht und Zuversicht wird. Wer nach Trost, Hoffnung oder einem hellen Gedanken sucht, wird in dieser Sammlung fündig.