Sehnsucht
Die Sehnsucht ist ein zutiefst deutsches Wort – kaum in andere Sprachen zu übersetzen und doch jedem vertraut, der sie kennt. Sie meint das Verlangen nach etwas, das man nicht ganz benennen kann: nach Ferne, nach Vollendung, nach einem Glück, das immer einen Schritt voraus bleibt. Goethes „Nur wer die Sehnsucht kennt“ wurde zum Inbegriff dieses Gefühls, und Khalil Gibran gab ihm morgenländische Tiefe. Die folgenden Zitate spüren jenem süßen Schmerz nach, der uns antreibt und nie ganz stillt.
Über Sehnsucht
„Sehnsucht" gehört zu den Worten, die sich kaum in eine andere Sprache übertragen lassen. Sie ist das schmerzlich-süße Verlangen nach etwas Fernem, Verlorenem oder Unerreichbarem – nach einem Menschen, einer Heimat, einem Zustand des Glücks, den wir eher ahnen als kennen. Anders als der bloße Wunsch trägt die Sehnsucht stets ein Doppeltes in sich: die Süße des Ersehnten und den Stachel des Entbehrens. Gerade darin liegt ihre eigentümliche Kraft, die Menschen antreibt und zugleich verzehrt.
Keine Epoche hat dieses Gefühl inniger besungen als die Romantik. Bei Jean Paul und Bettina von Arnim wird die Sehnsucht zum Grundton der Seele, zum Fenster ins Unendliche. Wilhelm von Humboldt fasst sie in feinsinnige Betrachtung, Arthur Schnitzler durchleuchtet ihre Zwiespältigkeit an der Schwelle zur Moderne, und Christian Morgenstern gibt ihr lyrische Gestalt. Über die deutsche Tradition hinaus deuten Khalil Gibran und Prentice Mulford das Sehnen als Wegweiser des Herzens – als Zeichen dafür, wonach unser Wesen im Innersten strebt.
Hier findet der Leser Worte für dieses stille Ziehen des Herzens: Zitate über Fernweh und Liebessehnsucht, über Heimweh, unerfüllte Wünsche und die Hoffnung, die im Verlangen selbst liegt. Der Bogen reicht von romantischer Innigkeit über die feine Selbstbeobachtung der Jahrhundertwende bis zu modernen, weltoffenen Stimmen – eine Sammlung für empfindsame Stunden und für alle, die dem Unaussprechlichen einen Ausdruck geben möchten.