Liebe
Über kein Gefühl ist mehr geschrieben worden als über die Liebe – und doch entzieht sie sich jeder endgültigen Bestimmung. Goethe und Shakespeare besangen ihr Glück wie ihren Schmerz, Rilke suchte in ihr die Reife zweier Einsamkeiten, Stendhal beschrieb nüchtern ihre süße Verwirrung. Von der ersten Verliebtheit bis zur lebenslangen Treue, vom Rausch bis zur stillen Zärtlichkeit reichen die folgenden Zitate. Sie zeigen die Liebe in all ihren Gestalten – als das große Rätsel, das uns immer neu beschäftigt.
Über Liebe
„Liebe" ist wohl das größte und vieldeutigste Wort der Dichtung. Es umfasst die leidenschaftliche Zuneigung zwischen Liebenden ebenso wie die vertraute Freundesliebe, die selbstlose Nächstenliebe und die elterliche Fürsorge. In ihr treffen Verlangen und Hingabe, Glück und Schmerz, Freiheit und Bindung aufeinander. Gerade weil sie so viele Gestalten annimmt, bleibt die Liebe das Thema, an dem sich Denker aller Zeiten immer neu versucht haben.
Keine Sammlung zeigt das deutlicher als diese: Mit Abstand am häufigsten spricht hier Johann Wolfgang von Goethe, für den die Liebe zur höchsten Form der Freiheit im Gebundensein wird. William Shakespeare und Friedrich von Schiller gaben ihr dramatische Größe, Friedrich Hebbel und Friedrich Nietzsche prüften ihre Widersprüche, und Rainer Maria Rilke fand für sie eine zarte, moderne Sprache. Der Romancier Honoré de Balzac beobachtete ihre gesellschaftlichen Verwicklungen, während Blaise Pascal auf die eigene Vernunft des Herzens verwies.
Von der Antike bis zur Moderne reicht das Gespräch über die Liebe, das Sie hier nachlesen können. Die Zitate feiern und hinterfragen sie zugleich — sie taugen als Worte für Hochzeit und Liebeserklärung ebenso wie zum stillen Nachdenken über das, was Menschen im Innersten verbindet. So wird die Liebe hier nicht auf eine Formel gebracht, sondern in ihrer ganzen Fülle hörbar.