Die Sterne fürchten sich nicht, wie Leuchtkäfer zu erscheinen.
Sterne
Über uns die Sterne – seit jeher Projektionsfläche für Schicksal, Sehnsucht und die großen Fragen. Kant nannte den bestirnten Himmel im gleichen Atemzug mit dem Sittengesetz, und Dichter wie Rabindranath Tagore lasen aus ihm Trost für dunkle Stunden. Ob als Sinnbild des Unerreichbaren oder als leiser Wegweiser: Die folgenden Zitate zeigen, wie viel Menschliches wir in das ferne Funkeln legen. Sie laden ein, den Blick zu heben und im Kleinen wie im Kosmos nach Orientierung zu suchen.
Große Sterne sieht man auch, wenn der Mond scheint.
Gegen der Erde Leid gibt es keinen andern Trost, als den Sternenhimmel.
Über Sterne
Sterne haben die Menschen seit jeher zum Staunen gebracht. Als ferne Lichter in der Dunkelheit sind sie Sinnbild für Sehnsucht und Hoffnung, für Orientierung und das Unerreichbare. In deutschen Betrachtungen erscheinen sie mal als tröstliche Wegweiser, mal als Zeichen einer höheren Ordnung, mal als stille Zeugen menschlicher Kleinheit vor der Weite des Alls. Zwischen Wissenschaft und Poesie, zwischen Schicksalsglaube und Andacht bewegt sich dieses zarte, nächtliche Motiv.
Die Auswahl ist klein, aber von großer poetischer Dichte. Friedrich von Schiller lässt die Sterne als untrügliche Zeichen sprechen („Die Sterne lügen nicht”), Peter Hille nennt sie „Gottestänzer”, und Georg Büchner findet in ihnen das Bild schimmernder Tränen. Marie von Ebner-Eschenbach mahnt, über dem lauten Feuerwerk den stillen Sternenhimmel nicht zu übersehen, während Rabindranath Tagore und Maxim Gorki das Kleine gegen das Große stellen. Arthur Schopenhauer, Marc Aurel und der französische Aphoristiker Jules Renard fügen nachdenkliche und kunstvolle Stimmen hinzu.
Wer hier liest, findet keine ausufernde Sammlung, sondern ausgesuchte Verse und Aphorismen für stille, nächtliche Stunden – passend für Gedanken über Sehnsucht, Abschied, Trost und Bewunderung. Der Bogen reicht von der stoischen Betrachtung Marc Aurels aus der Antike über die Klassik Schillers bis in die Moderne, in der die Sterne ihr Geheimnis bewahren und uns an das Große jenseits des Alltäglichen erinnern.